just listen

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 … just listen – observing people who are listening
Rudolf Giesselmann, 30 pages, 2011/2012


 

‚… zuhören‘  Fotografien von Rudolf Giesselmann

Ausstellung Hauptkirche St. Petri, Hamburg, 2012

Mönckebergstraße / Bei der Petrikirche 3, 20095 Hamburg


 

annotations to the series ‚… just listen‘ 

„Listening is a magnetic and strange thing, a creative force. The friends who listen to us are the ones we move toward. When we are listened to, it creates us, makes us unfold and expand.“
Dr. Karl A. Menninger (1893 – 1990), American psychiatrist

„Listening is such a simple act. It requires us to be present, and that takes practice, but we don’t have to do anything else. We don’t have to advise, or coach, or sound wise. We just have to be willing to sit there and listen.“
Margaret J. Wheatley, American writer and management consultant

„An essential part of true listening is the discipline of bracketing, the temporary giving up or setting aside of one’s own prejudices, frames of reference and desires so as to experience as far as possible the speaker’s world from the inside, step in inside his or her shoes. This unification of speaker and listener is actually an extension and enlargement of ourselves, and new knowledge is always gained from this. Moreover, since true listening involves bracketing, a setting aside of the self, it also temporarily involves a total acceptance of the other. Sensing this acceptance, the speaker will fell less and less vulnerable and more and more inclined to open up the inner recesses of his or her mind to the listener. As this happens, speaker and listener begin to appreciate each other more and more, and the duet dance of love is begun again.“
M. Scott Peck, (1936 – 2005) American psychiatrist


Texte zur Fotoserie ‚… zuhören‘

„Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig. Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanke kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten. Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war. So konnte Momo zuhören!“
Michael Ende (1929 – 1995) deutscher Schriftsteller – „Momo“ Stuttgart 1973

Wann hören wir zu? Wir hören dann zu, wenn wir nicht weghören. Wir hören dann weg, wenn wir das Gehörte weg zu einem uns Bekannten tragen und es dort sicher unterbringen. Wir können dann zuhören, wenn wir das Gehörte nicht verstehen, sondern ihm nachgehen, ob es uns an spricht. Damit es uns aber ansprechen kann, bedarf es der Stille des Nichtwissens, in der es überhaupt zu uns sprechen kann und gehört werden kann.
Dr. Christian Müller, Psychiater und Neurologe, Wien, Denkerische Grußworte an die Lesungsreihe „4×4 Philosophie Pur“

Zuhören ist Partizipieren: Wenn ich wirklich zuhöre, kann ich teilhaben an etwas Größerem, ich kann teilhaben am Wesen meiner Gesprächspartnerin, und wir können in einen gemeinsamen, erfrischenden Fluss von Austausch eintreten, der im Moment entsteht und nicht aus der Erinnerung erzeugt ist. Das ist Teilhaben am Sein an sich.
William Isaacs, Britischer Philosoph, Dialog als Kunst gemeinsam zu denken


 

‚… just listen‘  Photography – Rudolf Giesselmann

Exhibition in Wiston Lodge, Edinburg, Scotland, 2011

During the McCoCo-International Conference for Co-Counselling